Goldpreis: Erste Fachleute sehen 10.000 Dollar pro Unze
Gold knackte Ende Januar 2026 die 5.500-Dollar-Marke für 1 Feinunze Gold (etwa 31,3 Gramm). Die Goldpreis-Rally geht aber noch weiter.
Erste Fachleute sehen den Goldpreis demnächst bei 10.000 US-Dollar. J.P.Morgan und Yardeni Research bis Ende 2029. Die Standard Bank Group und Saxo Bank sogar schon bis Ende 2026.
Hauptgrund ist die innere Abwertung des Dollars. Wer kann, rettet sich in Sachwerte wie Aktien und Gold.
Goldpreis – das Wichtigste in Kürze
- Aktueller Stand: Gold überschritt Anfang 2026 die Marke von 5.500 US-Dollar je Feinunze.
Prognosen: Mehrere Banken und Research-Häuser halten 10.000 US-Dollar je Unze für möglich – je nach Szenario bis 2026 oder 2029.
Treiber: Schwäche des US-Dollars, expansive Geldpolitik, geopolitische Unsicherheiten und starke Zentralbank-Nachfrage.
Rolle im Portfolio: Gold gilt als Sachwert, Inflationsschutz und Diversifikator in volatilen Marktphasen.
Risiken: Überhitzung bei schnellen Zinssenkungen, mögliche Korrekturen bei Dollar-Stabilisierung oder restriktiver Geldpolitik.
1. J.P.Morgan: Gold könnt auf 10.000 Dollar steigen
Jamie Dimon, CEO der US-Großbank J.P.Morgan Chase & Co., sagte bei der „Fortune’s Most Powerful Women Conference“ in Washington am 14. Oktober 2025, er sehe eine gewisse Logik darin, Gold zu halten. „Ich bin kein Gold-Käufer“, bekannte er, „es kostet jährlich rund vier Prozent, es zu besitzen“.
Doch „in einem Umfeld, wie wir es aktuell sehen, könnte es ohne Weiteres auf 5.000 oder 10.000 US-Dollar steigen. Dies ist eines der wenigen Male in meinem Leben, wo es zumindest halb-rational sein könnte, etwas Gold im Portfolio zu haben.“
Ende Januar 2029 sagten die Strategen von J.P.Morgan unter der Leitung von Nikolaos Panigirtzoglou, dass die Preise bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf 8.000 Dollar pro Unze steigen könnten, wenn Investoren aus dem privaten Sektor mehr Mittel in Gold investieren.
Sollte der Goldanteil in den Portfolios von derzeit rund drei Prozent auf etwa 4,6 Prozent steigen, entspräche das einem Plus von mehr als 40 Prozent beim Goldpreis.
Zahlen des World Gold Council zeigen, dass die weltweite Goldnachfrage im Jahr 2025 einen Rekordwert erreicht hat. Als wichtigste Treiber nennt der Weltgoldrat die geopolitische Unsicherheit, eine starke Nachfrage durch Zentralbanken und zunehmende Sorgen um die Stabilität des US-Dollars.
Nicht nur J.P.Morgan sieht den Goldmarkt bullisch.
Goldpreisziel 2026, das Sie kennen sollten | Ed Yardeni
Ed Yardeni, Präsident des US-Analysehauses Yardeni Research Inc., gab am 30. Dezember 2025 dem Frankfurter Finanzdienstleister Soar Financial Partners folgende Prognose sowohl für Aktien, also den Standard & Poor’s Preisindex (ohne Dividenden) der 500 führenden US-Börsenunternehmen, als auch für eine Unze Gold: „Ich bleibe dabei: 10.000 Punkte für den S&P 500 bis Ende 2029 und 10.000 US-Dollar für den Goldpreis bis Ende 2029.“
„Ich nenne es die goldenen 2020er.“
Er begründete den Goldpreisanstieg wie folgt: „Ich mag Gold immer noch. Als ich bei 4.500 Dollar stand, war ich vielleicht ein bisschen zu aufgeregt, wie schlau ich bin, und habe mich hinreißen lassen und gesagt: Weißt du was, vielleicht erreichen wir bis Ende 2026 statt 5.000 Dollar 6.000 Dollar. Und dann habe ich von 10.000 Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts gesprochen. Ich nenne es die goldenen 2020er. Und in den goldenen 2020ern könnte der Goldpreis auf 10.000 steigen.“
„Man kann das ganz einfach zuhause selbst machen.“
Ed Yardeni vergleicht den S&P 500 mit Gold: „In diesem Fall habe ich ein Diagramm, das ich Leuten gezeigt habe, dass das tatsächlich rechtfertigen kann. Es ist quasi fundamental und quasi technisch. Man kann das ganz einfach zuhause selbst machen. Wenn man den S&P 500-Index nimmt und in ein Diagramm einträgt und in das dasselbe Diagramm mit derselben Scala den Goldpreis seit der Schließung des Goldfensters durch Nixon in den frühen 1970ern einträgt, passen sie in dasselbe Diagramm. Man kann sehen, dass sie über einen Zyklus hinweg umgekehrt korreliert sind. Das bedeutet, das Gold ein sehr guter Diversifikator für den S&P ist. Wenn der S&P 500 steigt, fällt Gold. Wenn der S&P schwach ist, steigt Gold. Auf diese Weise gleicht man die Volatilität in seinem Portfolio aus. Mir ist aber auch aufgefallen, dass der Trend bei beiden so aussah, als würde er am Ende des Jahrzehnts bei beiden den gleichen Punkt erreichen.“
Verrückt: Ich sehe keine Rezension
Es Yardeni weiter: „Und ich habe bis zum Ende des Jahrzehnts 10.000 Punkte für den S&P 500 prognostiziert, was keine verrückte Prognose ist. Sie entspricht in etwa einem normalen Gewinnwachstum. Aber das Verrückte an diesem Szenario ist, dass ich keine Rezension sehe. Seit Anfang des Jahrzehnts gab es keine Rezension mehr. Bisher läuft alles gut. Also bleibe ich dabei. Also 10.000 Punkte für den S&P bis Ende 2029, 10.000 Punkte für den Goldpreis bis Ende 2029. Und es gibt keine Geld-Zurück-Garantie.“
3. Standard Bank Group: Drei Zinssenkungen, dann 10.000 Dollar für 1 Unze Gold?

Laut SBG Securities, der Afrika-Aktien-Tradingplattform der Johannesburger Standard Bank Group, könnte der Goldpreis noch in diesem Jahr auf bis zu 10.000 US-Dollar je Unze steigen. „Eine Prognose, die nach Übertreibung klingt – aber auf handfesten Argumenten beruht“, meint FxStreet.de. Geldpolitik, geopolitischer Druck und ein schwächelnder Dollar sorgen für ein explosives Gemisch.
SBG-Analyst Adrian Hammond sprach am 28. Januar 2026 auf Investing.com von der „letzten Phase“ der Goldrally.
Der größte Preistreiber sitze in Washington. Der Markt rechnet derzeit mit zwei Zinssenkungen in den USA. Hammond hält mehr für möglich. Sein Szenario: Drei Zinsschritte könnten Gold bis Jahresende auf 7.000 Dollar treiben. Eine noch lockerere Geldpolitik könnte sogar die 10.000-Dollar-Marke erreichbar machen.
Doch genau hier warnt er. Ein dauerhaft schwächerer Dollar heizt bereits die Inflation an. Steigende Energiepreise könnten das Problem verschärfen. Aus seiner Sicht wäre es für die US-Notenbank daher vernünftiger, die Zinsen länger hoch zu halten – auch wenn politischer Druck zunimmt. Zumal Donald Trump aktuell US-Präsident ist und Zinssenkungen offen befürwortet.
4. Saxo Bank: Quanten-Knall 2026 treibt Gold auf 10.000 Dollar
Der UK-Investor-Stratege Neil Wilson von der dänischen Saxo Bank prognostizierte für das Jahr 2026 einen möglichen Quanten-Knall: „Im Jahr 2026 kommt der ‚Q-Day‘ – der Moment, in dem ein funktionierender Quantencomputer beweist, dass er die heute gängigsten digitalen Sicherheitsstandards knacken kann. Von einem Tag auf den anderen ist das Versprechen, dass unsere E-Mails, Banküberweisungen, Krypto-Wallets und Unternehmenssysteme sicher verschlüsselt sind, nicht mehr gültig. Schon der Hinweis auf diesen Durchbruch reicht aus, um das Vertrauen zu erschüttern. Die Märkte reagieren als erste. Kryptowährungen sind am stärksten betroffen. Alte Bitcoin-Adressen erscheinen plötzlich anfällig.“
Gold ist der ultimative passwortfreie Vermögenswert
Die Folge, so der Saxo Bank-Stratege: „was dazu führt, dass Börsen-Auszahlungen einfrieren, da der Ansturm auf die Ausgänge zu einer Massenpanik wird. Bitcoin stürzt in Richtung Null ab. Die Angst greift auf die traditionelle Finanzwelt über, da die Menschen das Vertrauen in ihre Banken verlieren, Bargeld horten und alles kaufen, was sie in ihren Händen halten können, insbesondere Gold und Silber. Gold schießt auf 10.000 US-Dollar in die Höhe, da es der ultimative ‚passwortfreie‘ Vermögenswert ist.“
Link-Tipp: Lesen Sie auch unsere Analyse vom Oktober 2025: Der aktuelle Goldmarkt – Chancen und Risiken für Investoren.
Warum halten Experten einen Goldpreis von 10.000 US-Dollar für realistisch?
Mehrere Analysten sehen starke strukturelle Treiber: eine anhaltende Schwäche des US-Dollars, expansive Geldpolitik, hohe Staatsverschuldung, geopolitische Risiken und Rekordkäufe von Zentralbanken. Steigt zudem der Goldanteil in privaten Portfolios nur moderat, kann dies laut J.P. Morgan einen überproportionalen Preisanstieg auslösen.
Bis wann könnte Gold die Marke von 10.000 US-Dollar erreichen?
Die Zeitrahmen variieren deutlich. J.P. Morgan und Yardeni Research nennen das Ende des Jahrzehnts (2029). Analysten der Standard Bank Group und der Saxo Bank halten extreme Szenarien sogar bereits bis 2026 für möglich – etwa bei aggressiven Zinssenkungen, Vertrauensverlust in Währungen oder systemischen Schocks.
Welche Rolle sollte Gold im Portfolio spielen – und welche Risiken gibt es?
Gold gilt als Inflationsschutz, Krisenabsicherung und Diversifikator, da es oft gegenläufig zu Aktien verläuft. Risiken bestehen bei einer Dollar-Erholung, restriktiver Geldpolitik oder spekulativer Überhitzung. Gold eignet sich daher weniger als Renditeturbo, sondern als stabilisierender Portfolio-Baustein.
Autor: Frank Maiwald