Gold ist kein „barbarisches Relikt“, sondern Zeichen für Zivilisation

Vor 10.000 Jahren begann mit der Entdeckung der Landwirtschaft die menschliche Zivilisation. Erstmals konnten die Menschen Vorräte anlegen. Das Sparen ist ein Merkmal von Zivilisation. Und Gold ist ein Mittel zum Sparen. Dies widerlegt den Vorwurf der Keynesianer, Gold sei ein „barbarisches Relikt“.

Gold barbarisches Relikt
Screenshot: BBC

„Die erste Form von Kultur ist die Agrikultur [Landwirtschaft]“, schrieb einst der Historiker Will Durant. Und damit hat er Recht. Es war eine riesige Errungenschaft, als die Menschen vor 10.000 Jahren erkannten, dass der Boden mehr Nahrung hervorbringt, als sie jemals würden essen können.

Das erste Mal in der Geschichte konnten die Menschen mit der Natur zusammenwirken, um sich verlässlich Nahrung zu beschaffen. Endlich waren sie nicht mehr abhängig von der unberechenbaren Tier- und Pflanzenwelt und von den Gefahren der Jagd.

Auch konnten die Menschen nun ein Leben hinter sich lassen, wo sie ein ganzes Mammut auf einmal verdauten, um dann wieder in derselben Ausgangslage zu sein wie zuvor und erneut Nahrung suchen zu müssen.

Die Landwirtschaft versetzte die Menschen in die Lage, viel mehr produzieren zu können, als sie konsumierten. Sie konnten den Überschuss für später aufheben. „Auf diese Weise zu sparen, ist vollkommen natürlich“, schreibt Simon Black auf seinem Blog Sovereign Man.

Sparen ist ein Teil der Natur, sagt Simon Black. Hunde vergraben ihre Knochen. Eichhörnchen sammeln Nüsse. Sogar Pflanzen speichern etwas Sonnenenergie für regnerische Tage, indem sie Zucker produzieren und ihn einlagern.

Für uns Menschen war die Landwirtschaft die früheste Form des Sparens. Und sie war ein entscheidender Bestandteil zum Entstehen der Zivilisation.

Mit einer großen Menge gespeicherter Nahrung, die ihnen zur Verfügung stand, konnten die frühen Menschen sesshaft werden und Gemeinschaften gründen. Sie mussten sich nicht ständig Sorgen darüber machen, woher die nächste Mahlzeit kommen soll.

Dieser Vorgang des Sparens war es, der den primitiven Menschen und den zivilisierten Menschen voneinander unterscheidet. Leider verstehen große Teile der heutigen Gesellschaft diese Unterscheidung nicht mehr, was etwa in der Kritik zum Ausdruck kommt, Gold sei ein „barbarisches Relikt“.

Der einflussreiche Ökonom John Maynard Keynes war der erste, der dies sagte, als er den Gold-Standard verunglimpfte. Und heute vertritt der Ökonom Paul Krugman diese negative Einstellung zum Gold.

Das Gold ein „barbarisches Relikt“ sein soll, ist eine merkwürdige Aussage. Denn Gold ist eine Form des Sparens, des Zurücklegens für später. Es ist also gerade ein Merkmal von Zivilisation.

Selbst die Regierungen und Zentralbanken der Welt halten weiter Gold als Teil ihrer offiziellen Währungsreserven.

Jeder weiß, dass Schulden an sich nichts Schlechtes sind. Wenn man zum Beispiel Schulden aufnimmt, um ein Auto zu kaufen, mit man zur Arbeit fährt, dann ist das gut so. Denn mit dem geborgten Geld finanziert man eine Investition, die sich letztlich auszahlt. Die Schulden kann man in absehbarer Zeit zurückzahlen.

Doch was die beiden Ökonomen Keynes und Krugman vorschlagen, ist etwas anderes. Sie befürworten nicht Investitionen, sondern den Konsum mithilfe von geborgtem Geld, das dazu frisch gedruckt werden soll.

Doch die Schuldenaufnahme zum Konsum ist eigentlich das genaue Gegenteil von zivilisiertem Verhalten. Es zeigt eine unverantwortliche Ignoranz gegenüber der Zukunft.

Was Keynes und Krugman fordern und worin ihnen Politiker und Zentralbanker vorangehen oder folgen, ist primitives und unzivilisiertes Verhalten. Die Anhäufung von Schulden für den Konsum ist das „barbarische Relikt“, Gold hingegen ist ein Merkmal der Zivilisation.